The Perfect Shot
Ein dickcremiger Espresso läuft ruhig aus dem Siebträger. Gleichmässig, glänzend, kontrolliert. Ein Bild, das viele suchen.
Die gute Nachricht: Dafür brauchst du keinen Bottomless Siebträger. Du brauchst Konstanz.
Konstanz schlägt Technik
Wenn du reproduzierbare Espressi willst, musst du nicht alles verstellen. Im Gegenteil. Je mehr Parameter gleich bleiben, desto klarer wird das Ergebnis.
Die wichtigsten Parameter sind:
Kaffeemenge in Gramm (In)
Getränkemenge in Gramm (Out)
Mahlgrad
Temperatur
Druck
Tamping
Wasser
Das klingt nach viel. In der Praxis bleibt das meiste einfach so, wie es ist.
Starte mit dem, was da ist
Wenn du nicht genau weisst, wo du anfangen sollst, ist das völlig okay. Lass Temperatur und Druck auf den Werkseinstellungen. Die Hersteller haben sich dabei etwas gedacht.
Beim Tamping geht es nicht um Kraft, sondern um Wiederholbarkeit. Immer gleich ist wichtiger als perfekt.
Hat deine Maschine eine Taste für einen oder zwei Espresso, nutze sie. Auch wenn du sie eigentlich nicht magst. Für den Anfang ist das dein Out.
Wie viel Kaffee ins Sieb?
Wir starten mit einem doppelten Siebträger, einem Doppio.
Der gängige Bereich liegt zwischen 14 und 20 Gramm. Nicht jedes Sieb passt zu jeder Menge. Viele Siebe sind für bestimmte Bereiche ausgelegt, zum Beispiel 16–18 Gramm.
Wenn du unsicher bist, nimm 16 Gramm. Das ist ein bewährter Startwert.
Wichtig ist nicht die Zahl, sondern das Volumen. Nach dem Tampen sollte das Kaffeebett unter der Einkerbung im Sieb liegen. Das Duschsieb braucht Platz.
Warum der Mahlgrad so wichtig ist
Ein Bild hilft, das zu verstehen. Stell dir vor, du würdest Kaffeebohnen übertrieben gesagt vierteln. Die gleiche Menge würde viel mehr Platz brauchen als fein gemahlener Kaffee.
Genau das passiert beim Mahlgrad.
Gröber bedeutet mehr Platz und weniger Widerstand.
Feiner bedeutet weniger Platz und mehr Widerstand.
Zeit ist dein Feedback
Wenn In und Out gleich bleiben, sagt dir die Zeit sehr viel.
Als Orientierung gelten etwa 20 bis 30 Sekunden, idealerweise um die 25. Kein Gesetz, sondern ein Rahmen. Kaffee ist ein Naturprodukt. Kleine Abweichungen sind normal.
Läuft der Espresso zu schnell und schmeckt dünn oder sauer, mahle feiner.
Läuft er zu langsam und schmeckt bitter oder blockiert, mahle gröber.
Verändere immer nur eine Sache. Den Mahlgrad.
Fazit
Der perfekte Shot entsteht nicht durch Zubehör, sondern durch Gleichmässigkeit. Halte deine Parameter konstant und nutze den Mahlgrad als Werkzeug.
Du musst nicht alles verstehen, bevor du anfängst. Fang an, beobachte und schmecke.
Der Espresso zeigt dir den Weg.
Kaffee ist kein Rechenbeispiel.
Er will gebrüht werden.